Maintal in den Medien

Fränkischer Tag - Gerd Müller, „Bomber“ der CSU

Haßfurt – In Bundeskanzlerin Angela Merkels Kabinett ist er einer der Minister, die in der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Wer kommt da zu Besuch? Gerd Müller? „ Manche meinen auch, da kommt jetzt der Fußballer“, sagte Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, gestern in Haßfurt. Bei einer Auslandsreise nach Mali sei das einmal ganz konkret geworden, erzählt er. Als er vor einiger Zeit in dem westafrikanischen Staat empfangen wurde, waren ein paar Anwesende „ein bissl enttäuscht. Die dachten, da kommt der Bayernbomber".

Müller war gestern zu Besuch bei der Firma Maintal Konfitüren in Haßfurt. Die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär des Wahlkreises Bad Kissingen (zu dem die drei Kreise Haßberge, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld gehören) hatte den Politiker für ihren CSU-Bundestagswahlkampf eingeladen. Ihre Bemerkung zu Begi8nn des Ministerbesuchs: „Es ist immer ein Wagnis, Gerd Müller einzuladen.“

Das meinte die Ebelsbacher Politikerin, die in Berlin auch Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ist, halb im Ernst und halb im Spaß. Denn: Gerd Müller hält keine glattgeschliffenen Reden. „Du nimmst kein Blatt vor den Mund“, sagte Dorothee Bär zu ihrem Parteifreund und sie meinte das freilich als Kompliment. Wenn Müller in Laune ist, haut er auch einmal ein paar sehr direkte Sätze raus. Und unterhaltsam sind die meist noch dazu.

Zum Beispiel: „Das schwierigste Unternehmen Deutschlands ist die Deutsche Bahn“, sagte Müller. „Die behandeln uns auf dem Land wir die letzten Menschen.“ Der Minister monierte, dass die Bahn sich in den vergangenen Jahrzehnten lediglich auf die Zugstrecken in den Ballungsräumen von Großstädte gekümmert habe, der ländliche Raum sei total vernachlässigt worden: Alte Loks, kaum Investitionen ins ländliche Streckennetz, die Bahn manövriere sich damit ins Abseits.

Gleichwertige Infrastruktur

Das treffe auf seine Heimatregion im Allgäu ebenso zu wie auf den Landkreis Haßberge und weitere ländliche Bereiche. Dabei sei der erklärte politische Wunsch der CSU, den ländlichen Raum zu stärken. Das Zi8el: eine „gleichwertige Infrastruktur auf dem Land“ wie in den Ballungszentren. „Wir brauchen Dorfentwicklungsprogramme“, durch die die Dorfkerne gestärkt werden, um die Wohnraumsituation zu verbessern. Landrat Wilhelm Schneider, der den Minister gestern begleitete, erklärte dazu, dass der Kreis Haßberge in dieser Hinsicht bereits erfolgreich arbeitete: „Wir haben ein Vorzeigeprojekt mit der Hofheimer Allianz“, sagte Schneider. Das dortige Programm zur Stärkung der Dorfzentren hat bereits auf Bundesebene einen Preis gewonnen.

Die Prognose von Minister Müller hinsichtlich der Entwicklungschancen des ländlichen Raums fiel vielversprechend aus. Stichworte Infrastruktur und Digitalisierung: Hier müsse die Entwicklung weiter vorangetrieben werden, gute Straßennetze, schnelles Internet (das nicht nur auf dem Papier schnell ist) in Verbindung mit der jetzt schon guten Lebensqualität etwa im Maintal, „dann sind wir nicht auf Augenhöhe mit den Großräumen, sondern wir sind besser.“

Das Unternehmen Maintal Konfitüren bezeichnete er dabei als „Perle“: Ein mittelständisches Unternehmen, das im kleinen Haßfurt als Weltmarktführer agiert (die berühmte Hiffenmark-Marmelade), das soziale Verantwortung übernehme und sich auf die Bedürfnisse seiner Arbeitnehmer einstelle.

Wahlkampf, heiße Phase

Die Wahlkampfrunde in Haßfurt endete mit einer Verköstigung verschiedener Maintal-Marmelade, unter anderem waren auch zahlreiche Mitglieder der Frauenunion des CSU-Kreisverbandes dabei. Für mehr Frauen in der Politik und Wirtschaft sprach sich Gerd Müller denn auch sehr deutlich aus. Und hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sagte: „Überall, wo es schwierig wird, brauchen wir ja Frauen.“

Den Ball spielte er dann direkt seiner Parteifreundin Dorothee Bär zu, die er als „starke Frau“ bezeichnete, vor deren Leistung er „großen Respekt“ habe und die mit ihrer Arbeit im Ministerium für digitale Infrastruktur eine Schlüsselposition für ihren Wahlkreis einnehme. Und die voraus denkt, denn auf die Frage, wie es ihr gelang, für die heiße Phase des Wahlkampfs so viele Minister in ihren Wahlkreis zu holen, sagte sie, dass sie ihren Wunschkandidaten bereits im Januar eingeladen habe – und dann hieß es: dran bleiben, organisieren, umsetzen. Dass die eingeladenen Minister dann auch kommen, zeigt, dass sich die Ebelsbacherin im Politikgeschäft schon einigen Respekt erarbeitet hat.

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